Barrierefreiheits-Overlays: Warum Ein-Klick-Lösungen nicht funktionieren
Was sind Barrierefreiheits-Overlays?
Overlays sind JavaScript-Widgets die per Einzeiler-Code-Snippet auf einer Webseite eingebunden werden und versprechen die Seite automatisch barrierefrei zu machen. Anbieter wie AccessiBe, UserWay, EqualWeb und AudioEye bieten solche Lösungen an. Sie fügen typischerweise einen Button (meist ein Rollstuhl-Icon) hinzu der Optionen wie Schriftgrößenänderung, Kontrast-Modus und Cursor-Vergrößerung bietet.
Warum Overlays nicht funktionieren
Die Barrierefreiheits-Community und Experten lehnen Overlays aus mehreren Gründen ab: Sie können fehlende Alt-Texte nicht erraten. Sie können keine kaputte Tastatur-Navigation reparieren. Sie überlagern manchmal den eigentlichen Inhalt.
Sie verursachen Performance-Probleme. Und: Viele Screenreader-Nutzer schalten Overlays als erstes aus weil sie die eigene Screenreader-Konfiguration stören.
Rechtliche Risiken von Overlays
Mehrere US-Gerichtsurteile haben bestätigt dass Overlays allein nicht ausreichen um ADA-Konformität zu erreichen. In Deutschland ist die Rechtslage ähnlich: Das BFSG fordert dass die Webseite selbst barrierefrei ist, nicht dass ein Drittanbieter-Widget darübergelegt wird. Ein Overlay kann sogar kontraproduktiv wirken wenn es den Eindruck erweckt, die eigentlichen Probleme seien behoben.
Was stattdessen tun?
Die Webseite selbst reparieren. Die meisten BFSG-Verstöße sind technisch einfach zu beheben: Alt-Texte setzen, Kontraste korrigieren, Labels hinzufügen, Fokus-Styles nicht entfernen. Das kostet weniger als ein Overlay-Abo (oft 300-500 EUR/Jahr) und löst das Problem tatsächlich.
Häufig gestellte Fragen
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